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The Spree with the Museum Island

05/2019 // Mianzi Rei

Conquer the City - Berlin

"Berlin, Berlin, du bist so wunderbar, Berlin", lautet eine bekannte Jingle-Zeile. Eine andere Liedzeile von Peter Fox geht so: "Berlin, du kannst so schön hässlich sein." Auf jeden Fall ist Berlin einzigartig – und vom Fahrrad aus hat man auf die Hauptstadt noch einmal eine ganz andere Perspektive. Das Fahrrad ist perfekt, um die Stadt zu entdecken. Fixie-Fahrerin und Bloggerin Mianzi Rei zeigt uns ihr Berlin, ihre Lieblingsspots. Wie man sie am besten erreicht: natürlich mit dem Rad. Folgt ihr durch Berlin, entdeckt die Stadt – erobert sie! Conquer the City!

 

MIT MIANZI REI AUF DEM FIXIE DURCH BERLIN

Ohne Mampf, kein Dampf, heißt es in Rennfahrerkreisen. Deshalb startet Janine Döring, wie Mianzi Rei im realen Leben heißt, ihren Berlin-City-Trip in Mitte mit einem Burrito. Dass die aus Mexiko stammende Spezialität kein ungesundes Fast-Food sein muss, zeigt, dass es den „Dolores Burrito“ auch in vielen veganen Optionen gibt. Und dass vegane Sportler nicht langsamer sind als Fleisch essende, hat Janine bei vielen Rennen bewiesen. Die zierliche, blonde Sportlerin lächelte häufig vom Podest.

Mianzi Rei vor dem Café "Dolores Burrito"

AB INS KIEZ

Rennen kann man in Berlin an jedem Tag fahren, an jeder Ampel. Das trainiert den Antritt und poliert das Ego. Mit Janine geht es aber entspannt über die Spree, entlang der Spree. Richtung: Neukölln. In dem hippen Szeneviertel sind Fixie-Fahrer schon fast in der Überzahl. Das Ziel der meisten von ihnen: die Freiheit, das Tempelhofer Feld. Auf dem stillgelegten Flughafen kann jeder den Stress der Stadt hinter sich lassen, ein paar entspannte Runden drehen, die Ruhe genießen. Oder nicht weit davon entfernt einen Kaffee trinken. Im Nathanja & Heinrich Café/Bar ist stilvoller Minimalismus angesagt – und man trifft interessante, kreative Menschen, mit denen man sich neue Stahlrahmen oder die Weltpolitik unterhalten kann. Egal, ob mittags oder abends: es ist ein nicer und szeniger Laden.

Mianzi Rei auf ihrem Rad und ein Bild vom Tempelhofer Feld


Auf dem Abendprogramm von Janine steht heute aber eine andere Lokalität, deshalb geht es weiter, rauf aufs Rad, vorbei am Halleschen Tor, über den Potsdamer Platz, zum Pariser Platz, zum Brandenburger Tor. Hier muss man einfach einen Halt machen, wenn man in Berlin ist, es ist das Symbol der Stadt und der Klassiker für Besucher.

PARALLELWELT

Nach ein bisschen Tor- und Touri-Watching geht es zum Holzmarkt. Hier wird die City-Tour zur Runde, sie findet einen neuen Anfang und ein offenes Ende. Der Holzmarkt war lange eine Baustelle und wurde dann von der kreativen Berliner Partyszene gekauft und umgebaut. Umgebaut in eine eigene, kleine Welt, die in sich funktioniert. In Janines Augen ist es das schönste Stück Berlins.

Der Holzmarkt in Berlin

Im Holzmarkt sind alle Altersklassen vertreten. Manchmal bleiben sie zwei Stündchen, manchmal länger, manchmal die ganze Nacht. In dem Kreativdorf gibt es Dinge wie das World Trash Center, das selbsternannte „Zentrum zur Sensibilisierung der Wegwerfgesellschaft“. Hier trifft Kunst auf Konsumkritik. Konsumiert werden darf trotzdem: Kaffee, selbstgebrautes Bier, Wein, Pizza oder auch gehobene Küche. Diese Welt in der Welt lädt zum Schlemmen und zum Träumen ein, doch irgendwann endet jeder Traum und es geht zurück in die Realität. Beziehungsweise das, was man für die Realität hält. Die Hauptsache ist, dass es in dieser Realität eine Fahrrad-Welt gibt.

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